Haben Sie sich schon gefragt:
Was bedeutet „Entspannung“?
Wie oft benutzen wir das Wort „Entspannung“? Und wie oft hören wir im Alltag, in der Krankengymnastik oder bei der Massage-Therapie: „Entspannen Sie sich!“, „Lassen Sie los!“ oder „Lösen Sie die Spannung!“
Gleich kommt die Antwort: „Ich bin doch locker!“ So meinen Viele allgemein und persönlich zu wissen, was „Entspannung“ bedeutet. In Wahrheit ist Entspannung eine Vielfältigkeit der Prozesse, die individuell ablaufen.
Das Wort „Entspannung“ definiert man als „ohne Spannung sein“. Allerdings wäre es undenkbar, da jeder Muskel in unserem Körper einen Grundtonus hat. Dieser wird vom Gehirn gesteuert und ist in jedem Alter unterschiedlich. Wenn sich der Grundtonus erhöht und einen schmerzhaften Spannungszustand darstellt, dann spricht man von „Verspannung“. So ein Spannungszustand kann nicht nur in der Muskulatur sondern auch im Organsystem stattfinden.
Dieser Spannungszustand entsteht häufig unbewusst und darum nehmen wir ihn auch nicht wahr oder erst dann, wenn er Störungen bis hin zu Krankheiten hervorruft. Diese Situation bezeichnen wir meistens als Stress.
In der Medizin verwendet man das Wort „Stress“ im Sinne von Belastung, vorwiegend auf psychischer Ebene. Dabei unterscheidet man zwischen „Eustress“ (Belastung, die uns gut tut) und Distress (Belastungen, die bei uns Störungen und/oder Krankheiten, häufig von uns selbst produziert, hervorrufen).
Stress ist ein biologisches Phänomen, bei dem Anpassungs- und Reaktionsmuster sowie Konditionierungsaspekte eine Rolle spielen. Dabei hat vor allem die Bewertung eines Reizes und die Reizantwort Bedeutung: Einstellungen und Haltungen sind dabei mit wirksam. Nicht jeder, der sich ärgert, reagiert mit einer Spannungserhöhung oder einem Blutdruckanstieg.
Kurz zusammenfassend kann man sagen, dass Distress (was wir im allgemeinen Alltag als „Verspannung“ oder „Verspanntsein“ bezeichnen) ein individueller, facettenreicher Prozess ist.
Hier möchte ich zurück zu der „Entspannung“ kommen und aus dem oben beschriebenen Sachverhalt ableiten, dass das Ziel der Entspannung ist, die Verspannungen zu spüren und diese zu lösen. Das heißt: Körper, Geist und Seele sind beteiligt und damit ist die Entspannung wie oben erwähnt ein individueller, vielfältiger Prozess, der erlernt werden kann.
In der Medizin gibt es untersuchte, anerkannte Entspannungsverfahren: zum Beispiel die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, das autogene Training, Massage, Heiße Rolle, Fango.
Bisher habe ich die Bedeutung von Entspannung erläutert. Im weiteren möchte ich einige Entspannungsmethoden beschreiben.
ØProgressive Muskelentspannung nach Jacobson:
Die Entspannungsmethode wurde Anfang des 20-ten Jahrhunderts von dem Mediziner und Physiologen E. Jacobson entwickelt. Er hat beobachtet, dass Menschen mit einem hohen Spannungszustand, zum Beispiel bei Ängsten und/oder Schmerzen diesen nicht wahrnehmen. Und da sie ihn nicht wahrnehmen, konnten sie sich nicht entspannen.Deshalb beruht diese Entspannungstechnik darauf, dass die Patienten bewusst bestimmte Muskelgruppen anspannen, die Spannung einige Zeit halten und dann auch bewusst die Spannung lösen.Die Methode gilt heute als gut erlernbar bei Angst- und Schmerzzuständen.
ØDas autogene Training:
Das Verfahren wurde in den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts von dem deutschen Mediziner und Psychotherapeuten J.H. Schulz aus der Hypnose entwickelt. Es bedeutet „Selbsttraining“ und ist eine der bekanntesten Entspannungsmethoden. Das Augenmerk dieser Technik liegt darin, dass der Therapeut oder der Übende selbst Übungsaufträge formuliert, um Entspannungsreaktionen, wie zum Beispiel das Gefühl von Leichtigkeit, Wärme oder Schwere usw., hervorzurufen. Das autogene Training zählt zu den am besten untersuchten Methoden und hat einen unbegrenzten Indikationskatalog.
ØPhysikalische Maßnahmen, wie zum Beispiel:
Massage Heute gibt es eine große Vielfalt an den Massage-Arten:
- üklassische Massage
- üBindegewebsmassage
- üHot stone Massage
- üKräuterstempelmassage
- üHonigmassage
- üund so weiter
...Alle haben spezifische Besonderheiten an der Ausführung, aber eine gemeinsame Zielsetzung ist die Entspannung der Muskulatur und die „Pflege“ der Seele.Es wird die Durchblutung im Haut- und Muskelgewebe angeregt, damit Schadstoffe abtransportiert und in Folge die Regeneration im Körper, Geist und Seele angeleitet.
Bis hier hin haben Sie die Bedeutung von „Entspannung“ und einige Methoden, die dazu führen, kennen gelernt.
Zum Schluss möchte ich Ihnen viel Reflektionsmöglichkeiten und ein gesundes Gleichgewicht im Körper, Geist und der Seele wünschen!


